Firmengründungen in der Schweiz 2026: Aktuelle Zahlen, Trends & Chancen
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Firmengründungen im Januar 2026 in der Schweiz: Zahlen, Trends und Chancen für Gründer

Aktuelle Analyse der Handelsregisterdaten – Was der Jahresstart 2026 über die Schweizer Gründungslandschaft verrät.

Der Jahresbeginn ist für viele Unternehmerinnen und Unternehmer in der Schweiz traditionell ein beliebter Zeitpunkt, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Der Januar 2026 bestätigt dieses Muster einmal mehr: Obwohl die Zahl der Neugründungen gegenüber dem Dezember 2025 zurückging, zeigt der Jahresvergleich ein positives Bild. Doch was steckt hinter den Zahlen? Welche Branchen boomen, welche Kantone führen das Ranking an, und was bedeuten die aktuellen Daten für Gründungsinteressierte?

In diesem Artikel analysieren wir die offiziellen Handelsregisterdaten des Schweizer Handelsamtsblatts (SHAB) für den Januar 2026, ordnen sie in den mehrjährigen Kontext ein und geben praxisnahe Tipps für alle, die 2026 eine Firma in der Schweiz gründen möchten.

4’405 neue Unternehmen: Die Zahlen im Überblick

Im Januar 2026 wurden in der Schweiz insgesamt 4’405 neue Unternehmen ins Handelsregister eingetragen. Gegenüber dem Vormonat Dezember 2025 entspricht dies einem Rückgang von rund 12 Prozent. Dieser monatliche Rückgang ist jedoch keineswegs alarmierend – er liegt im Rahmen der üblichen saisonalen Schwankungen, die zum Jahreswechsel regelmässig zu beobachten sind.

Deutlich aussagekräftiger ist der Jahresvergleich: Im Januar 2025 waren es 4’260 Neugründungen – der Januar 2026 übertrifft diesen Wert damit um rund 3 Prozent. Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt zudem, dass die Gründungstätigkeit zum Jahresbeginn insgesamt auf einem stabilen bis leicht steigenden Niveau liegt. Der Januar bleibt damit ein traditionell starker Startmonat für neue Unternehmen in der Schweiz.

Handelsregister-Kennzahlen Januar 2026 im Überblick:

KennzahlJanuar 2026Veränderung (YoY)
Neugründungen4’405+3 %
Firmenlöschungen3’031+13 %
Mutationen20’211+16 %
Liquidationen2’596

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung bei den Handelsregister-Mutationen: Mit 20’211 Einträgen im Januar 2026 lag die Zahl nur marginal über dem Vormonat, im Jahresvergleich jedoch rund 16 Prozent höher als im Januar 2025. Diese hohe Mutationsrate deutet auf eine anhaltend starke strukturelle Dynamik im Schweizer Unternehmensbestand hin – Unternehmen werden nicht nur gegründet, sondern auch aktiv umstrukturiert, fusioniert und weiterentwickelt.

Rekordkontext: Das Erbe des Gründungsjahrs 2025

Die Januar-Zahlen 2026 müssen im Kontext des Vorjahres betrachtet werden. Das Jahr 2025 war für die Schweizer Gründungslandschaft ein Rekordjahr: Insgesamt wurden gemäss dem IFJ Institut für Jungunternehmen 55’654 neue Firmen registriert. Damit wurde das bisherige Rekordniveau aus dem Jahr 2024 nochmals um 5,1 Prozent übertroffen. Im Zehn-Jahres-Vergleich liegt die Zahl der Neugründungen sogar 34,7 Prozent höher.

Diese beeindruckende Dynamik ist Ausdruck einer anhaltend hohen Gründungsneigung in der Schweiz. Die günstigen Rahmenbedingungen – darunter niedrige Zinsen, eine tiefe Arbeitslosenquote und eine generell positive Stimmung gegenüber dem Unternehmertum – haben dazu beigetragen, dass die Schweiz als Gründungsstandort attraktiver ist denn je.

Gleichzeitig ist zu beachten, dass mit der steigenden Zahl an Gründungen auch die Zahl der Konkurse zugenommen hat. Im Jahr 2025 wurden rund 14’958 Konkurse verzeichnet – ein deutlicher Anstieg, der unter anderem auf eine Gesetzesänderung per 1. Januar 2025 zurückzuführen ist. Seither müssen auch öffentlich-rechtliche Institutionen Unternehmen auf Konkurs betreiben. Die Kombination aus Rekordgründungen und steigenden Konkursen zeigt: Die Schweizer Wirtschaft befindet sich in einer Phase intensiver Erneuerung.

Welche Branchen dominieren die Gründungslandschaft?

Die Branchenverteilung der Neugründungen in der Schweiz zeigt ein vielfältiges Bild. Auf Basis der Jahresdaten 2025 des IFJ lagen folgende Sektoren an der Spitze: Beratung (5’829 Gründungen), Handwerk (5’733), Immobilienwesen (5’235), B2B/B2C-Dienstleistungen (4’353), Architektur und Ingenieurwesen (4’284), IT/ICT (3’991) sowie Finanzen und Versicherung (3’863).

Auch die tagesaktuellen SHAB-Daten vom Februar 2026 bestätigen diese Tendenz. An einem typischen Gründungstag entfallen die meisten Neueintragungen auf die Bereiche Bau und Immobilien, Beratung sowie Handel. Daneben zeigen sich regelmässig auch Gründungen in den Bereichen Webdesign, Bildung, Gesundheitswesen und Sporthandel.

Der Dienstleistungssektor (tertiärer Sektor) spielt bei den Firmengründungen die mit Abstand grösste Rolle: Gemäss dem Bundesamt für Statistik entfallen rund 87 Prozent aller neuen Firmen auf diesen Bereich. Der primäre und sekundäre Sektor spielen bei den Neugründungen eine deutlich geringere Rolle, was die fortschreitende Tertiarisierung der Schweizer Wirtschaft widerspiegelt.

Kantonale Unterschiede: Wo wird am meisten gegründet?

Die regionale Verteilung der Firmengründungen zeigt klare wirtschaftliche Schwerpunkte. Der Kanton Zürich führt das Ranking regelmässig an und unterstreicht damit seine Rolle als bedeutendstes Wirtschaftszentrum der Schweiz. Dahinter folgen die Kantone Waadt, Genf, Bern und Aargau als weitere wichtige Gründungshotspots.

Betrachtet man die Gründungsintensität pro Kopf, ergibt sich allerdings ein anderes Bild. Der Kanton Zug führt hier mit einer Gründungsdichte von über 21 Firmen pro 1’000 Einwohnerinnen und Einwohner klar das Ranking an – ein Ergebnis seiner attraktiven steuerlichen Rahmenbedingungen und der positiven Gründungskultur. Auf den Plätzen folgen die Kantone Schwyz und Genf.

Im Gesamtjahr 2025 verzeichnete die Zentralschweiz mit einem Plus von 13,3 Prozent das stärkste Wachstum bei den Neugründungen. Zürich (+5,7 Prozent) und die Nordwestschweiz (+5,6 Prozent) zeigten ebenfalls deutliche Zuwächse. Moderates Wachstum wurde im Espace Mittelland, der Südwestschweiz und der Ostschweiz registriert. Einzig das Tessin verzeichnete einen leichten Rückgang von 2,5 Prozent.

Erfreulich ist die Entwicklung in der Ostschweiz: In den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden lag die Zahl der Gründungen seit mindestens einem Quartal über der Zahl der Löschungen – ein Zeichen für einen gesunden und wachsenden Firmenbestand.

Beliebteste Rechtsformen: GmbH weiterhin an der Spitze

Die Wahl der Rechtsform bleibt ein entscheidender Schritt bei jeder Firmengründung. Auch Anfang 2026 zeigt sich ein klares Muster: Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ist die mit Abstand beliebteste Rechtsform bei Neugründungen. An einem typischen Gründungstag entfallen rund die Hälfte aller Eintragungen auf GmbHs.

Auf dem zweiten Platz folgt das Einzelunternehmen, das vor allem für Soloselbstständige und Freelancer attraktiv ist, da es keine Mindestkapitalanforderung stellt. Die Aktiengesellschaft (AG) belegt den dritten Platz und wird insbesondere von grösseren Vorhaben oder bei Bedarf nach externer Kapitalbeteiligung gewählt.

Für die GmbH ist ein Stammkapital von mindestens 20’000 Schweizer Franken erforderlich, während die AG ein Aktienkapital von mindestens 100’000 Franken voraussetzt (wobei für die Gründung 50’000 Franken ausreichen). Mehr als 82 Prozent aller neu gegründeten Unternehmen beschäftigen nur eine Person – ein klarer Hinweis darauf, dass die Gründungswelle zu einem grossen Teil von Einzelunternehmern getragen wird.

Firmenlöschungen und Konkurse: Die Kehrseite der Dynamik

Neben den Neugründungen verdient auch die Entwicklung bei den Firmenlöschungen Beachtung. Im Januar 2026 wurden 3’031 Unternehmen aus dem Handelsregister gelöscht – rund 3 Prozent weniger als im Dezember 2025, aber 13 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres. Dieser deutliche Anstieg im Jahresvergleich weist auf eine verstärkte Bereinigung des Firmenbestands hin.

Im Bereich der Liquidationen wurden 2’596 Unternehmen mit entsprechenden Änderungen erfasst, davon 304 Firmen, die neu in Liquidation gesetzt wurden. Die erhöhte Konkursrate ist, wie erwähnt, massgeblich auf die Gesetzesänderung von Januar 2025 zurückzuführen, die dazu führt, dass formell mehr Konkursverfahren eröffnet werden.

Simon May, Co-Geschäftsführer des IFJ, bringt diese Dynamik auf den Punkt: Firmengründungen und -schliessungen sind Teil des natürlichen Kreislaufs einer gesunden Wirtschaft. Dass Unternehmen auch wieder verschwinden, gehört zum Erneuerungsprozess, der den Wirtschaftsstandort Schweiz langfristig wettbewerbsfähig hält.

Februar 2026: Beschleunigung der Gründungsdynamik

Ein Blick auf die bereits vorliegenden Daten für Februar 2026 bestätigt den positiven Trend. Im zweiten Monat des Jahres wurden 4’968 neue Unternehmen ins Handelsregister eingetragen – ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Januar. Der Februar markiert damit eine klare Beschleunigung der Gründungstätigkeit. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat bleibt die Entwicklung mit einem Plus von 3,2 Prozent positiv.

Gleichzeitig gingen die Firmenlöschungen im Februar auf 2’808 zurück, was einer Abnahme von 7 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht. Dieses Zusammenspiel aus steigenden Gründungen und rückläufigen Löschungen signalisiert eine leichte Entspannung bei den Marktaustritten und eine insgesamt positive Nettobilanz für den Schweizer Unternehmensbestand.

Tipps für Gründungsinteressierte: So gelingt der Start 2026

Wer 2026 eine Firma in der Schweiz gründen möchte, profitiert von bewährten Rahmenbedingungen und einem gut ausgebauten Unterstützungsnetzwerk. Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur eigenen Firma umfassen:

  • Geschäftsidee entwickeln und validieren: Wer eine Marktlücke identifiziert oder eine bestehende Idee verbessert, legt den Grundstein für langfristigen Erfolg. Viele Gründerinnen und Gründer starten mit Produkten oder Dienstleistungen, die sie bereits aus ihrer beruflichen Tätigkeit kennen.
  • Businessplan erstellen: Ein solider Businessplan hilft nicht nur bei der Finanzierung, sondern zwingt auch dazu, das eigene Geschäftsmodell kritisch zu durchdenken. Er sollte Marktanalyse, Finanzplanung, Marketingstrategie und operative Planung umfassen.
  • Rechtsform wählen: Die Wahl zwischen Einzelunternehmen, GmbH und AG hängt von Faktoren wie Haftung, Kapitalbedarf und Wachstumsplänen ab. Die GmbH bietet einen guten Kompromiss zwischen Flexibilität und beschränkter Haftung.
  • Standort strategisch wählen: Die kantonalen Steuersätze variieren erheblich. Kantone wie Zug, Schwyz oder Luzern bieten besonders günstige Bedingungen, während Zürich und Genf als Wirtschaftszentren mit hervorragender Infrastruktur punkten.
  • Versicherungen und Vorsorge klären: Neben der obligatorischen AHV/IV-Anmeldung sind Unfallversicherung, Berufshaftpflicht und die persönliche Vorsorge (Säule 3a) von Anfang an einzuplanen.
  • Netzwerk und Unterstützung nutzen: Organisationen wie das IFJ Institut für Jungunternehmen bieten praxisnahe Kurse, Coaching-Programme und digitale Tools, die Gründerinnen und Gründer in allen Phasen begleiten.

Digitalisierung als Gründungstreiber

Ein wesentlicher Treiber der hohen Gründungszahlen ist die fortschreitende Digitalisierung. Der Gründungsprozess selbst ist in der Schweiz in den vergangenen Jahren deutlich einfacher und schneller geworden. Die Eintragung ins Handelsregister, die Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) und die Anmeldung bei den Sozialversicherungen können heute weitgehend digital abgewickelt werden. Täglich werden zwischen 1’200 und 1’500 Einzelpublikationen im SHAB veröffentlicht – ein enormes Volumen, das ohne digitale Infrastruktur kaum zu bewältigen wäre.

Gleichzeitig ermöglicht die Digitalisierung völlig neue Geschäftsmodelle. Von KI-gestützten Beratungsunternehmen über E-Commerce-Plattformen bis hin zu SaaS-Start-ups – die technologischen Möglichkeiten senken die Einstiegshürden für Gründerinnen und Gründer erheblich. Insbesondere im Bereich IT und ICT, der 2025 knapp 4’000 Neugründungen verzeichnete, zeigt sich das Potenzial der digitalen Transformation für den Gründungsstandort Schweiz.

Ausblick: Was erwartet Gründer 2026?

Die ersten Monate des Jahres 2026 deuten darauf hin, dass die Gründungsdynamik in der Schweiz ungebrochen bleibt. Die Zahlen vom Januar und Februar liegen im Jahresvergleich jeweils über dem Vorjahresniveau, und die saisonale Beschleunigung vom Januar zum Februar verläuft planmässig. Durchschnittlich werden in der Schweiz rund 5,8 Firmen pro 1’000 Einwohnerinnen und Einwohner gegründet – ein Wert, der international beachtlich ist und die Innovations- sowie Risikobereitschaft der Schweizer Bevölkerung widerspiegelt.

Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass 2026 erneut ein starkes Gründungsjahr werden könnte: Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich insgesamt robust, die Zinslage bleibt für Gründer günstig, und die fortschreitende Digitalisierung eröffnet laufend neue Geschäftsmöglichkeiten – insbesondere in den Bereichen IT, Beratung und Dienstleistungen. Der Venture-Capital-Markt in der Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren ebenfalls positiv entwickelt, was insbesondere wachstumsorientierten Start-ups zugutekommt.

Gleichzeitig werden die steigenden Konkurszahlen die Gründungslandschaft weiter prägen. Die verschärften rechtlichen Rahmenbedingungen seit 2025 sorgen für eine schnellere Bereinigung nicht überlebensfähiger Strukturen. Für Neugründer bedeutet das: Sorgfältige Planung, ein solides Geschäftsmodell und ausreichende Kapitalisierung sind wichtiger denn je. Wer den Schritt wagt, trifft in der Schweiz jedoch auf ein Ökosystem, das Unternehmertum aktiv fördert und begünstigt.

Fazit: Die Schweiz bleibt ein Top-Gründungsstandort

Der Januar 2026 reiht sich nahtlos in die langfristig positive Entwicklung der Firmengründungen in der Schweiz ein. Mit 4’405 Neugründungen liegt der Monat über dem Vorjahresniveau und bestätigt die Rolle des Januars als starker Startmonat für Unternehmertum. Die Kombination aus stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, attraktiven kantonalen Steuerlandschaften und einem vielfältigen Unterstützungsangebot macht die Schweiz zu einem der attraktivsten Gründungsstandorte Europas.

Ob Beratung, IT, Handwerk oder Immobilien – die Branchenvielfalt der Neugründungen spiegelt die Innovationskraft und den Unternehmergeist wider, der die Schweizer Wirtschaft seit Jahrzehnten auszeichnet. Für Gründungsinteressierte, die 2026 den Sprung in die Selbstständigkeit wagen möchten, stehen die Zeichen gut: Die Schweiz bietet das Umfeld, in dem aus Geschäftsideen erfolgreiche Unternehmen werden können.