Wie viele Unternehmen werden jährlich in der Schweiz gegründet? Zahlen 2025
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Wie viele Unternehmen werden jährlich in der Schweiz gegründet?

Aktuelle Zahlen, Trends und Branchenübersicht – Firmengründungen Schweiz 2025

Die Schweiz zählt zu den gründungsfreundlichsten Ländern Europas. Jahr für Jahr entscheiden sich Zehntausende Menschen dafür, ein eigenes Unternehmen ins Handelsregister eintragen zu lassen. Doch wie viele Firmengründungen finden tatsächlich pro Jahr statt? Welche Branchen dominieren? Und wie hat sich die Gründungsdynamik in den letzten Jahren entwickelt? Dieser Artikel liefert einen umfassenden Überblick mit den aktuellsten Zahlen, regionalen Unterschieden und wertvollen Insights für angehende Gründerinnen und Gründer.

Firmengründungen in der Schweiz: Die aktuellen Zahlen 2025

Das Jahr 2025 markiert einen historischen Meilenstein für die Schweizer Wirtschaft. Laut der tagesaktuellen Jahresanalyse des IFJ Institut für Jungunternehmen wurden im Gesamtjahr 2025 insgesamt 55’654 neue Unternehmen ins Schweizerische Handelsregister eingetragen. Damit übertrifft das Gründungsjahr 2025 den bisherigen Rekord aus dem Vorjahr 2024 um beachtliche 5,1 Prozent.

Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren es noch 52’978 Neueintragungen, die damals bereits als Rekordjahr galten. Und blickt man ein ganzes Jahrzehnt zurück, wurden 2014 lediglich rund 40’000 Unternehmen gegründet. Die Steigerung in zehn Jahren beträgt somit rund 34,7 Prozent – ein eindrucksvoller Beleg für die ungebrochene Gründungslust in der Schweiz.

Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre wurden jährlich etwa 48’019 neue Firmen registriert. Das Ergebnis von 2025 liegt mit 15,9 Prozent deutlich über diesem langfristigen Mittelwert. Umgerechnet auf den Alltag bedeutet das: In der Schweiz wurden 2025 im Schnitt rund 153 neue Firmen pro Tag gegründet.

Die Entwicklung der Gründungszahlen im Zeitverlauf

Die Gründungsdynamik in der Schweiz befindet sich seit über einem Jahrzehnt auf einem stabilen Aufwärtstrend. Besonders seit der COVID-19-Pandemie hat sich das Tempo nochmals deutlich beschleunigt. Viele Menschen haben die Krise als Anlass genommen, beruflich neue Wege einzuschlagen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

JahrAnzahl Neugründungen
2014ca. 40’000
2020ca. 44’000
2021ca. 48’000
2022ca. 49’500
2023ca. 51’600
202452’978
202555’654

Die Tabelle zeigt eindrücklich: Die Schweiz hat seit 2014 einen nahezu durchgehenden Aufwärtstrend bei den Firmengründungen erlebt. Selbst in den wirtschaftlich schwierigen Pandemiemonaten 2020 gab es keinen nachhaltigen Einbruch – ganz im Gegenteil.

Die gründungsstärksten Branchen der Schweiz

Nicht alle Branchen sind gleich stark von der Gründungswelle betroffen. Die Analyse des IFJ zeigt für 2025 eine breite Vielfalt an Sektoren, in denen neue Unternehmen entstehen. An der Spitze stehen drei Branchen, die zusammen fast einen Fünftel aller Neugründungen ausmachen.

Der Bereich Beratung führt das Ranking mit 5’829 Neugründungen an und macht rund 10,5 Prozent aller Neueinträge aus. Dicht dahinter folgt das Handwerk mit 5’733 Gründungen, gefolgt vom Immobilienwesen mit 5’235 neuen Firmen. Die weiteren Plätze belegen B2B- und B2C-Dienstleistungen mit 4’353 Gründungen sowie Architektur und Ingenieurwesen mit 4’284 Eintragungen.

Bemerkenswert ist die Diversität: Selbst die grösste Branche «Beratung» macht nur etwas mehr als zehn Prozent aller Neueinträge aus. Das bedeutet, dass die Schweizer Gründungsszene extrem breit aufgestellt ist – von Gastgewerbe über IT und ICT bis hin zum Detailhandel.

Auch die IT- und ICT-Branche spielt eine wichtige Rolle. Im ersten Quartal 2025 allein wurden bereits 933 Unternehmen in diesem Sektor gegründet. Die Digitalisierung bleibt damit ein zentraler Treiber für Neugründungen in der Schweiz.

Regionale Unterschiede: Wo wird in der Schweiz am meisten gegründet?

Die Gründungsdynamik verteilt sich keineswegs gleichmässig über die Schweiz. Einige Kantone und Regionen stechen mit besonders starkem Wachstum hervor, während andere leicht rückläufige Zahlen verzeichnen.

Die Wachstums-Champions 2025

Besonders dynamisch zeigten sich 2025 die folgenden Kantone: Der Kanton Zug verzeichnete mit einem Plus von 19,0 Prozent das stärkste Wachstum unter den grösseren Kantonen. Appenzell Innerrhoden folgte mit 17,1 Prozent, Obwalden mit 16,9 Prozent und Schaffhausen mit 15,7 Prozent Zuwachs. Auch Zürich, als grösster Wirtschaftskanton, legte um 5,7 Prozent zu und überschritt erstmals die Marke von 10’000 Neueinträgen in einem Jahr.

Insgesamt konnten 20 von 26 Kantonen ihre Gründungszahlen im Vergleich zum Vorjahr steigern. Lediglich sechs Kantone wiesen leichte Rückgänge auf, darunter Graubünden mit minus 0,8 Prozent, Tessin mit minus 2,5 Prozent und Uri mit dem stärksten Rückgang von minus 13,5 Prozent.

Die Zentralschweiz als Grossregion verzeichnete 2025 das stärkste Wachstum mit einem Plus von 13,3 Prozent, gefolgt von der Südwestschweiz und Zürich. Diese regionalen Unterschiede spiegeln verschiedene Faktoren wider: unterschiedliche Steuerbelastungen, die Nähe zu urbanen Zentren, verfügbare Infrastruktur und das lokale Unterstützungsangebot für Startups.

Welche Rechtsformen wählen Gründerinnen und Gründer?

Die Wahl der Rechtsform ist eine der ersten und wichtigsten Entscheidungen bei der Unternehmensgründung. Die Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigen klare Trends.

Die Aktiengesellschaft (AG) war 2025 die am stärksten wachsende Rechtsform mit einem Zuwachs von 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) folgte mit einem soliden Plus von 6,8 Prozent. Einzelfirmen verzeichneten dagegen einen leichten Rückgang von minus 0,5 Prozent, und Kollektivgesellschaften gingen um 6,8 Prozent zurück.

Diese Verschiebung hin zu Kapitalgesellschaften lässt sich durch mehrere Faktoren erklären: Die AG bietet mehr Flexibilität bei der Eigentumsstruktur, erleichtert die Kapitalbeschaffung und gewährt den Gesellschaftern eine stärkere Haftungsbeschränkung. Gerade in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten bevorzugen viele Gründerinnen und Gründer diese Sicherheit.

→ GmbH vs AG

Wer gründet in der Schweiz? Motivation und Profil

Gemäss der empirischen Studie «Gründermarkt Schweiz 2024», für die 753 qualitative Interviews mit Neugründerinnen und Neugründern geführt wurden, ist der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit der wichtigste Beweggrund für den Schritt in die Selbstständigkeit. Viele Gründerinnen und Gründer möchten ihre eigenen Ideen verwirklichen und unabhängig arbeiten.

Ein bemerkenswertes Detail: Fast drei Viertel der Schweizer Neugründerinnen und Neugründer wagen den Schritt innerhalb eines Jahres nach der ersten Geschäftsidee. Bei knapp einem Viertel dauert es sogar weniger als drei Monate von der Idee bis zur Eintragung ins Handelsregister.

Interessant ist auch die Verteilung nach Staatsangehörigkeit: 62,5 Prozent der Neugründungen stammen von Schweizer Staatsangehörigen, 37,5 Prozent von Gründerinnen und Gründern mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Der Anteil ausländischer Gründerinnen und Gründer liegt damit deutlich über dem Bevölkerungsanteil von 27,4 Prozent. Das zeigt: Die Schweiz zieht unternehmerisch denkende Menschen aus dem Ausland stark an.

Firmenkonkurse: Die Kehrseite der Gründungsdynamik

Wo viele Unternehmen entstehen, verschwinden auch einige wieder. Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz rund 14’958 Firmenkonkurse registriert, davon 11’915 infolge von Insolvenzverfahren und 3’043 aufgrund von Organisationsmängeln. Diese Zahl klingt zunächst hoch, ist aber teilweise auf eine Gesetzesänderung zurückzuführen.

Seit dem 1. Januar 2025 müssen auch die öffentliche Hand und Betriebe des öffentlichen Rechts Unternehmen auf Konkurs betreiben. Diese Neuregelung hat dazu geführt, dass formell deutlich mehr Konkursverfahren eröffnet wurden. Experten betonen, dass hohe Gründungs- und Konkurszahlen kein Widerspruch sind, sondern Ausdruck einer lebendigen und sich erneuernden Volkswirtschaft.

Warum ist die Schweiz ein attraktiver Standort für Firmengründungen?

Die Schweiz bietet Unternehmerinnen und Unternehmern eine Reihe von strukturellen Vorteilen, die den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern. Dazu gehören eine stabile politische Lage, ein verlässliches Rechtssystem, eine hervorragende Infrastruktur und ein überschaubarer bürokratischer Aufwand bei der Firmengründung.

Das Steuersystem spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Kantone wie Zug, Schwyz oder Nidwalden locken mit besonders günstigen Steuersätzen und tragen damit zur hohen Gründungsdynamik in der Zentralschweiz bei. Hinzu kommen ein dichtes Netzwerk aus Förderprogrammen, Inkubatoren und Acceleratoren, das gerade jungen Unternehmen den Einstieg erleichtert.

Auch die hohe Lebensqualität, der Zugang zu qualifizierten Fachkräften und die zentrale Lage in Europa machen die Schweiz zu einem attraktiven Gründungsstandort. Innovationsfelder wie Künstliche Intelligenz, Fintech, Medtech und Cleantech profitieren zudem von der Nähe zu Weltklasse-Universitäten wie der ETH Zürich und der EPFL Lausanne.

Tipps für angehende Gründerinnen und Gründer in der Schweiz

Wer selbst den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchte, sollte einige zentrale Punkte beachten, um gut vorbereitet zu starten.

  • Rechtsform sorgfältig wählen: Eine Einzelfirma ist schnell gegründet, bietet aber weniger Haftungsschutz als eine GmbH oder AG. Lassen Sie sich beraten, welche Rechtsform am besten zu Ihrem Geschäftsmodell passt.
  • Businessplan erstellen: Auch wenn nur zehn Prozent der Gründenden dies als grosse Herausforderung empfinden, hilft ein solider Businessplan, die eigene Geschäftsidee zu schärfen und potenzielle Investoren zu überzeugen.
  • Finanzierung frühzeitig klären: Ob Eigenkapital, Bankkredit oder Venture Capital – sorgen Sie dafür, dass die Finanzierung steht, bevor Sie starten.
  • Netzwerk aufbauen: Nutzen Sie Events wie den Start Summit in St. Gallen, lokale Gründer-Meetups und die zahlreichen Förderangebote von Organisationen wie dem IFJ.
  • Marketing von Anfang an einplanen: Gemäss der Studie «Gründermarkt Schweiz» rückt nach der Gründung das Thema Bekanntmachung und Kundengewinnung in den Vordergrund. Investieren Sie frühzeitig in Ihre Online-Präsenz und Suchmaschinenoptimierung.
  • Versicherungsschutz prüfen: Verschiedene Anbieter unterstützen Jungunternehmen mit Sonderkonditionen. Informieren Sie sich über günstige Versicherungslösungen für Startups.

Ausblick: Wie geht es 2026 weiter?

Die Prognosen für die Schweizer Gründungsszene bleiben positiv. Der anhaltende Trend zur Digitalisierung, das wachsende Bewusstsein für Nachhaltigkeit und die zunehmende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz schaffen laufend neue Geschäftsmöglichkeiten. Gleichzeitig sorgen Herausforderungen wie steigende Kosten, Fachkräftemangel und globale geopolitische Spannungen dafür, dass nicht jedes Unternehmen den Markteintritt übersteht.

Experten erwarten, dass die Zahl der Firmengründungen auch 2026 auf hohem Niveau verbleiben wird. Die Schweiz verfügt über alle Voraussetzungen, um weiterhin als einer der attraktivsten Gründungsstandorte Europas zu gelten: stabile Rahmenbedingungen, eine starke Infrastruktur, gut zugängliche Unterstützungsangebote und eine Bevölkerung mit ausgeprägtem Unternehmergeist.

Fazit: Die Schweiz bleibt Gründungsland Nummer eins

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit über 55’000 Firmengründungen im Jahr 2025 hat die Schweiz erneut einen Rekord aufgestellt. Die Gründungsdynamik ist breit abgestützt – über Branchen, Regionen und Rechtsformen hinweg. Von der Beratungsfirma in Zürich über das Handwerksunternehmen im Wallis bis zum IT-Startup in der Zentralschweiz: Die Vielfalt der Schweizer Gründungslandschaft ist beeindruckend.

Für angehende Gründerinnen und Gründer bieten sich hervorragende Bedingungen. Wer eine gute Geschäftsidee hat, sich gründlich vorbereitet und die vorhandenen Unterstützungsangebote nutzt, hat beste Chancen, Teil dieser dynamischen Erfolgsgeschichte zu werden.

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